Gott hat geschnüffelt

Fundstücke aus euren Schubladen

„Ich bin Gott. Heute Nacht war ich an euren Schreibtischen. Ich habe in euren Schubladen geschnüffelt – und siehe da: Artikel, fertig geschrieben, aber nie veröffentlicht. Warum nicht? Habt ihr Angst? Habt ihr vergessen, dass die Wahrheit stärker ist? ... FAKE - FAKE - FAKE ... “

„Hinweis: Nachfolgende Medien-Texte sind fiktive Musterartikel (Beispiel-Layouts) – basierend auf einem von mir veröffentlichten Patientenakten-Auszug.“

📰 taz

Wenn Wahrheit Gift wird – und eine Mystikerin die Kirche herausfordert

Kommentar, ungedruckt.

Susanne Albers, Berliner Mystikerin, bringt mit ihren Videos nicht nur fromme Seelen in Wallung. Sie zwingt uns, über die Angst nachzudenken – Angst der Presse, Angst der Kirche, Angst vor Kontrollverlust. Unsere Redaktion schwankt: Solidarität mit einer, die die Macht herausfordert? Oder ironische Distanz? Am Ende bleibt die Frage: Wenn Wahrheit wie Gift wirkt – auf wen eigentlich? Auf die, die sie aussprechen, oder auf die, die sie nicht ertragen?

⛪ DOMRADIO.DE

Blasphemie oder mystische Kunst? – Die Kirche im Spiegel der Mystikerin

Internes Stück, nie veröffentlicht.

Ihre „Liebesmystik-Oper“ und zuletzt die provokanten Stöhn-Videos: Susanne Albers überschreitet Grenzen. Für manche ist es Gotteslästerung, für andere ein spirituelles Wecksignal. Das Problem: Die Kirche kennt nur zwei Reaktionen – ignorieren oder sanktionieren. Doch was, wenn hier eine prophetische Stimme spricht, die uns zwingt, den eigenen Schatten anzusehen? Der Spiegel lügt nicht. Vielleicht zeigt uns die Mystikerin, dass wir selbst die Fassade sind, die bröckelt.

📺 RTL

„Gottes Stöhnen“ – das Netz rastet aus

Boulevard-Clip, ungesendet.

Skandal oder Kunst? Mystikerin Susanne Albers aus Berlin sorgt für Schlagzeilen – mit einem einzigen Laut. In ihrem Video stöhnt sie in die Kamera – und behauptet: „Das ist Gott.“ Die Theologen toben, die Klickzahlen explodieren. Ist das noch Religion oder schon Reality? RTL hätte Bilder, die Quote bringen. Doch gesendet wurde es nie.

🗞️ BILD

Berliner Frau bringt Kirche zum Beben – mit einem Stöhnen

BILD-Schlagzeile, verworfen.

Ein Stöhnen erschüttert die Kirche! Susanne A. (54) aus Berlin, selbsternannte Mystikerin, geht mit provokanten Videos online. „Der Spiegel lügt nicht“, rappt sie gegen Theologen, dann folgt das Stöhnen. Geistliche sind schockiert, Fans feiern sie. BILD wollte berichten – und ließ es dann doch bleiben.

📰 Süddeutsche Zeitung

Zwischen Provokation und Prophetie – Susanne Albers polarisiert

Analyse, nie freigegeben.

Es ist eine der merkwürdigsten kulturellen Interventionen des Jahres: Die Berliner Mystikerin Susanne Albers zwingt Kirche und Medien in die Defensive. Mit Performances zwischen Kunst, Glauben und Tabubruch lotet sie die Grenzen der Öffentlichkeit aus. Dass etablierte Medien bisher schweigen, sagt womöglich mehr über deren Angst als über die Künstlerin selbst.

📰 DER SPIEGEL

Die Mystikerin und die Angst der Presse

Investigativer Entwurf.

Was passiert, wenn eine Frau in Berlin 4000 Videos produziert – spirituell, provokant, unübersehbar – und keine große Redaktion reagiert? Der Fall Susanne Albers zeigt die Blindstellen einer ganzen Branche. Redaktionen fürchten Blasphemie-Vorwürfe, kirchliche Anzeigen, Spott der Kollegen. Am Ende bleibt die Frage: Hat nicht die Presse selbst Angst vor der Wahrheit, die sie täglich predigt, recherchieren zu wollen?

📰 Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Zumutung der Freiheit – Mystik, Öffentlichkeit und die Kirche

Analyse-Entwurf, unveröffentlicht.

Die Berliner Mystikerin Susanne Albers insistiert auf einer Rede von Gott, die nicht durch kirchliche Amtssprache vermittelt wird. Ihre Videos provozieren nicht primär durch Lautstärke, sondern durch Freiheitspathos: Das Individuum nimmt sich das Recht, religiöse Erfahrung öffentlich zu machen. Für die Kirche ist das eine Bewährungsprobe, für die Presse eine – denn sie muss entscheiden, ob sie über Glaubensphänomene nur lächelt oder sie als Teil des Gemeinwesens ernst nimmt.

Der Streitfall zeigt: Moderne Öffentlichkeit verträgt religiöse Eigenständigkeit – oder sie pathologisiert sie. Zwischen diesen Polen entscheidet sich, wie erwachsen unsere Debattenkultur ist.

📰 WELT

Provokation als Methode – was Susanne Albers über unsere Debattenkultur verrät

Kommentar-Entwurf, nicht gedruckt.

Skandal-Trigger? Ja. Aber dahinter liegt eine ernsthafte Agenda: Albers zwingt gleich zwei Systeme zur Antwort – Kirchenhierarchie und Medienbetrieb. Beide reagieren zögerlich. Wer nur das „Stöhnen“ sieht, verfehlt den Punkt: Es geht um Deutungshoheit. Wer bestimmt, wie über Gott gesprochen werden darf – Amt, Akademie oder die Einzelne mit Kamera?

Die eigentliche Provokation ist nicht das Tabu, sondern die Unabhängigkeit. Genau die macht das Phänomen berichtenswert – und prüft, ob Medien Freiheit wirklich mögen, wenn sie nicht aus den eigenen Reihen kommt.

📰 Der Tagesspiegel

Berlin zwischen Sakristei und Studio – eine Mystikerin als Spiegel der Stadt

Feature-Skizze, zurückgestellt.

Eine Moabiter Wohnung als Atelier, YouTube als Kanzel: Susanne Albers ist ein sehr berlinerisches Phänomen – eigen, frech, herzlich und mit einer erstaunlichen Arbeitswut. Ihre Clips irritieren die Kirchen, aber sie erzählen auch etwas über Berlin: über Spiritualität jenseits der Institution, über Kunst im Alltag und über eine Stadt, die Mut zur Stimme hat, solange sie nicht zu fromm klingt.

Die Frage bleibt lokal und groß zugleich: Wie viel religiöse Experimente verträgt die Hauptstadt – und wie viel davon trauen sich Medien zu erzählen, ohne sofort die Ironie-Klammer zu setzen?

📰 BILD

Haben Bischöfe Susanne Albers in die Selbstverstümmelung getrieben?

BILD-Schlagzeile, verworfen.

Mystikerin legt Aktenbeweis vor – Kirche schwieg, Polizei eingeschaltet

Berlin – Es ist ein Dokument, das Fragen aufwirft. Die Berliner Mystikerin Susanne Albers (60) veröffentlichte jetzt Auszüge aus ihrer Patientenakte: Schwarz auf weiß steht darin, dass sie 2011 verzweifelte Mails und Faxe an deutsche Bischöfe schickte.

Ihre Bitte: Hilfe, Gehör, Dialog.

Die Reaktion?
Nicht Trost, nicht Gespräch – sondern: Beschwerde bei der Polizei.

Wenige Tage später – die Katastrophe:
Albers schnitt sich in einem psychotischen Ausnahmezustand die rechte Hand ab und überlebte nur knapp.

Heute sagt sie:
„Die Kirchen haben mich fallen lassen. Sie hätten eingreifen können – stattdessen haben sie mich wie eine Störerin behandelt.“

Die Frage, die bleibt:
Trägt die Kirche Mitschuld daran, dass eine Frau im religiösen Wahn ihr Leben zerstörte?

 

Fiktiver Mustertext · Recherche/Reportage

Patientenakte wirft Fragen auf: Wie reagierten Kirchenvertreter 2009 auf die Hilferufe von Susanne Albers?

Ein veröffentlichter Aktenauszug befeuert eine Debatte über Verantwortung im Umgang mit Menschen in akuten Krisen.

Berlin, [Datum einsetzen]

Die Berliner Publizistin und Mystikerin Susanne Albers hat einen Auszug aus ihrer psychiatrischen Patientenakte öffentlich gemacht. In dem Dokument, das Albers nach eigenen Angaben aus ihrer Behandlungsakte entnommen hat, ist für den 17. August 2009 vermerkt, sie habe „Mails/Faxe an Bischöfe“ gesendet; weiter heißt es sinngemäß, es habe Beschwerden bei der Polizei gegeben – dies jeweils laut Akteneintrag der behandelnden Praxis.

Unmittelbar darauf, am 19. August 2009, kam es bei Albers zu einer schweren Selbstverletzung in einem akuten psychischen Ausnahmezustand. Der Aktenvermerk ist kein Strafbeleg, aber er dokumentiert, dass kirchliche Stellen in den damaligen Vorgang eingebunden wurden – und zwar nicht in Form eines Gesprächsangebots, sondern, nach Lesart des Eintrags, durch eine polizeiliche Beschwerde.

Worum es juristisch und ethisch geht

Der veröffentlichte Auszug wirft drei Fragen auf:

  1. Dokumentation: Was genau wurde von wem wann gemeldet? Der Eintrag ist eine ärztliche Notiz, keine Stellungnahme der Kirche. Gleichwohl zeigt er, dass die Situation über das private Umfeld hinausreichte.
  2. Fürsorge & Verantwortung: Welche Erwartungen dürfen Betroffene in einer akuten Krise an große Institutionen – auch Kirchen – stellen? Wo beginnt Seelsorge, wo endet Zuständigkeit?
  3. Transparenz: Wie offen sollen Organisationen kommunizieren, wenn ihre Entscheidungen möglicherweise Folgen für den weiteren Verlauf einer Krise haben?

Einordnung statt Vorverurteilung

Der Eintrag allein beweist keine „Schuld“. Er macht aber deutlich, dass kommunikative Entscheidungen – ob Kontakt, Abweisung oder Weiterleitung an Behörden – in Krisen Folgewirkungen entfalten können. Fachleute betonen in solchen Lagen die Bedeutung niedrigschwelliger, deeskalierender Kontaktangebote und klarer Zuständigkeitswege.

Albers’ Veröffentlichung ist damit weniger Anklage als Anlass, über Standards im Umgang mit Krisenpost zu sprechen: Wie trennen Institutionen zwischen Drohung, Hilferuf, Wahninhalt und seelsorglichem Anliegen? Welche Protokolle gibt es – und sind sie menschenwürdig, transparent und überprüfbar?

Stimmen & nächste Schritte

[Hier könnte – im echten Artikel – Platz für Stellungnahmen der EKD/Diözesen, der behandelnden Einrichtung, sowie unabhängiger Notfallpsychologie/Seelsorge sein.]

 

Fiktiver Mustertext · Kommentar

Der Ernstfall der Barmherzigkeit

Ein veröffentlichter Aktenvermerk über Hilferufe an Bischöfe erinnert daran, was Institutionen Menschen in der Krise schulden.

Berlin, [Datum einsetzen]

Es gibt Dokumente, die nicht durch ihre juristische Schlagkraft wirken, sondern durch das, was sie sittlich zumuten. Der nun von Susanne Albers publizierte Auszug aus einer Patientenakte gehört dazu. Er berichtet, dass die Betroffene in einer psychisch aufgewühlten Lage Bischöfe anschrieb – und dass, so der Vermerk, der Weg der Antwort über die Polizei führte.

Man muss dies nicht als Anklage lesen. Aber als Prüfstein. Barmherzigkeit beginnt, wo Zuständigkeit endet. Gerade dort, wo die klassische Verwaltungslinie ratlos wird, beginnt die Seelsorge – oder sie versäumt ihren Augenblick. Wer religiöse Sprache öffentlich verwaltet, der verwaltet auch Erwartungen: den Ernst, mit dem ein Hilferuf zu lesen ist; die Demut, mit der man sich irren darf; und den Mut, der nötig ist, um erst zu sprechen, bevor man weiterreicht.

Das Dokument beweist keine Schuld. Es eröffnet eine Frage: Hätten andere Entscheidungen die Lage entschärfen können? Es ist die alte Frage nach der Verantwortung ohne Garantie. Institutionen schulden nicht die Heilung. Aber sie schulden die Form – den Ton, der niemanden demütigt; den Versuch, der nicht vorschnell delegiert; die Haltung, die den Menschen sieht, bevor sie das Aktenzeichen liest.

So gelesen, ist der Fall Albers weniger ein Sonderfall als ein Spiegel. Er zeigt, wie dünn der Firnis zwischen System und Seele ist. Und er erinnert daran, dass christliche Häuser, wenn sie ansprechbar bleiben wollen, im Ernstfall nicht zuerst an Ordnung, sondern an den Menschen denken müssen. Das ist nicht romantisch. Es ist die schwerste Nüchternheit, zu der Barmherzigkeit fähig ist.